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Die Prager Burg

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Kurzinfos vom Prag-Guide

  • Die Prager Burg besteht sei über tausend Jahren und stallt mit einer Gesamtfläche von 45 Hektar das größte Burgareal der Welt dar
  • Über Jahrhunderte war die Prager Burg Herrschaftssitz der böhmischen Herrscher und ist auch heute noch der Sitz des tschechischen Staatspräsidenten.
  • Zu Anfang kaum mehr als eine einfache befestigte Anlage aus Holz, nahm es über die Jahrhunderte immer größere Ausmaße an. Sein heutiges Aussehen verdankt es weitgehend den Umbauten unter Maria Theresia Mitte des 18. Jahrhunderts.
  • Zu den wichtigsten Bauwerken innerhalb des Burggeländes gehören der Veitsdom, die St.-Georgs-Basilika und das Goldene Gässchen.

Adresse und Route per Google-Maps:

Hradčany, 119 08 Prague 1

Wegbeschreibung:
Entweder fährt man zur Metrostation Malostranská und nimmt dann den Anstieg über über die alte Schlossstiege (staré zámecké schody). Man kann aber aber auch von der Metrostation die Trambahn-Linie 22 nehmen und zwei Stationen bis Pražský hrad fahren. Viele Besucher kommen auch von der Karlsbrücke, passieren die St.-Niklaskirche auf der Kleinseite, schlendern dann weiter die Nerudova entlang und biegen dann rechts in die Ke Hradu ein, die auch direkt zur Burg führt.

Route zum Prager Burg per Google-Maps »

Unser Tipp: Ticket und Transfer zur Burg

Ein toller Service für alle, die sich den Anstieg zur Burg sparen möchten oder nicht mehr so mobil sind. Zudem vermeiden Sie ein langes Anstehen am Ticketschalter.

  • Treffpunkt ist der Altstädter Ring.
  • Sie werden in einem Kleinbus zur Prager Burg chauffiert.
  • Auf der Fahrt  erhalten Sie noch eine kurze Einführung zur Geschichte der Burg.
  • Der Fahrer bringt Sie noch zum Burgeingang.

Weitere Informationen und Buchungsmöglichkeiten hier »

Die Geschichte der Prager Burg im Detail

Zur Baugeschichte

Mit einer Gesamtfläche von 45 Hektar ist die Prager Burg das größte Burgareal der Welt. Das war im 9. Jahrhundert nicht absehbar als Herzog Bořivoj I., der erste geschichtlich überlieferte böhmische Herrscher aus dem Geschlecht der Přemysliden, auf die Hochebene des Hradschin zog. Die ursprüngliche Anlage war damals kaum mehr als eine durch Wälle und Palisaden geschützte Holzhütte und veränderte erst Mitte des 11. Jahrhunderts entscheidend ihr Aussehen. Nun wurde die Anlage zu einem typischen hochmittelalterlichen Herrschaftssitz mit Befestigungen aus Stein, zwei Wehrtürmen im Westen und Osten sowie einem Eingangstor im Süden. Um 1135 erfolgte der Umbau dann im romanischen Baustil. In dieser Zeit erhielt die Burg auch eine drei Meter breite Steinmauer aus Quadersteinen. Nachdem sie im Jahre 1303 komplett abgebrannt war, gewann sie kurze darauf unter dem deutschen Fürstengeschlecht der Luxemburger wieder große Bedeutung. Gerade während der Regierungszeit Karls IV. erreichte die 1333 wiederaufgebaute Burg seine Blütezeit. Das Bistum Prag wurde zum Erzbistum ernannt. Damit begann auch im Jahre 1344 der Bau der St.-Veits-Kathedrale. Doch schon sein Sohn Wenzel IV. zog aus der Burg 1383 wieder aus und ließ in der Altstadt, und zwar an der Stelle des heutigen Jugendstilprachtbaus des Gemeindehauses, einen neuen Königshof errichten.

Erst zur Renaissance-Zeit, während der Herrschaft der Jaggiellonen, gewann die Burg wieder an Bedeutung. Unter Vladislav II. Jagiello erfolgte ab 1490 ein weiterer Ausbau, dessen wichtigste Hinterlassenschaft der Vladislav-Saal ist, der einer der berühmtesten Saalbauten dieser Zeit darstellt und dabei Stilformen der Spätgotik mit Renaissanceformen vereinigt.

Unter Rudolf II., einem passionierten Förderer der Künste und der Wissenschaft, erlebte die Prager Burg wiederum eine Blütezeit. Leider bestehen seine berühmten Kunstsammlungen nicht mehr. Nach seinem Ableben wurden sie entweder von Bruder Matthias nach Wien abtransportiert, von ihm verkauft oder im Dreißigjährigen Krieg durch die Stadt einnehmende Schweden als Beute geplündert wurde.

Mitte des 17. Jahrhunderts verlor die Burg wieder an politischer Bedeutung. Zwar fanden auf ihr die Königskrönungen statt, ihren Herrschaftssitz verlegten die herrschenden Habsburger aber dauerhaft nach Wien. Erst nachdem eine Beschießung der Befestigung durch preußische Truppen im Jahre 1740 große Schäden im Burgbereich verursachten, entschloss sich Kaiserin Maria Theresia ab 1753 zu einem fundamentalen Umbau im klassizistischen Stil, dem das Areal weitgehend sein heutiges Aussehen verdankt.

Im 19. Jahrhundert war die Burg ein totes Schloss. Seine alte Bedeutung erhielt sie erst wieder nach Ende des 1. Weltkriegs mit der Etablierung der tschechoslowakischen Republik. Mit Masaryk bezog der erste Staatspräsident auf der Burg seinen Amtssitz. Daran hat sich auch bis heute nichts geändert. 

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Prager Burg im Überblick

Eingang und erster Burghof

Schlendert man vom Hradschiner Platz in Richtung Burgeingang, fallen einem die zwei überdimensionierten Plastiken am Eingangsportal auf mit jeweils einem Wachmann darunter, die sich im Vergleich zu den Skulpturen winzig ausnehmen. Man erkennt sogleich die Wichtigkeit des Ortes, auch wenn es mit deren Authentizität nicht weit her ist. Denn die beiden Figuren auf den Sockeln mit Namen “Kämpfende Giganten“ stellen Kopien des Bildhauers Ignaz Franz Platzers aus dem Jahre 1768 dar. Und auch die Uniformen des Burgwachen können sich auf keine Originalität berufen, sondern sind 1990 auf Wunsch Václav Havels von Theodor Pištěk entworfen worden, der für seine Kostüme zu Miloš Formans „Amadeus“ 1985 einen Oscar erhalten hatte. Das rief später den Protest von Veteranen des Zweiten Weltkriegs hervor, die befanden, dass diese Phantasie-Uniformen in die Operette gehörten, nicht aber auf die Burg. Dennoch ist die stündlich stattfindende kleine Wachablösung zur vollen Stunde und der große Wachwechsel täglich um 12 Uhr ein Zuschauermagnet. Ein aufmerksamer Beobachter wird mit Sicherheit in diesem Zeremoniell den einen oder anderen operettenhaften Zug entdecken.

Der erste Burghof selber wurde nach Plänen der Wiener Oberhofdirektors Nikolaus Pacassi in den Jahren 1756 - 1774 erbaut und war Teil der großen Umgestaltung während der Regentschaft von Kaiserin Maria Theresias. Auf dem Weg zum zweiten Burghof durchschreitet man das Matthiastor, 1614 von Giovanni Maria Philippi erbaut, das eine Nachahmung römischer Triumphbögen darstellt und früher frei auf dem westlichen Burgwall stand. Erst durch die Umbauten Pacassis wurde der Turm zum Tor und damit Teil des neu aufgebauten und erweiterten Schlosses. Im rechten Bereich des Matthias-Tors führt eine Rokoko-Treppe zu den Repräsentationsräumlichkeiten des Staatspräsidenten.

Zweiter Burghof

Auch das Aussehen des Zweiten Burghofs geht weitgehend auf die Umbauten Nikolaus Pacassis im Renaissance- und Spätbarockstil zurück. In der Mitte des Hofes befindet sich ein Brunnen, der 1686 von Francesco della Torre im frühbarocken Stil entworfen und mit Götterfiguren und Löwen von Hieronymus Kohl verziert wurde. In seiner Nähe wurde 1702 ein mit schmiedeeisernem Ziergitter umfasster Ziehbrunnen erbaut, der 14 Meter Tiefe erreicht.

Die Hl.-Kreuz-Kapelle im südlichen Bereich wurde im 18. Jahrhundert errichtet. In ihr befindet sich die Schatzkammer der St.-Veits-Kathedrale. Viele der dort aufbewahrten Kostbarkeiten stammen aus der Zeit Karls IV, also dem 14. Jahrhundert und können ganzjährig besichtigt werden.

Am nördlichen Ende des zweiten Burghofs überquert man über die Pulverbrücke den Burggraben, um zu den Königsgärten zu gelangen, die 1534 unter Ferdinand I. als Renaissance-Gärten angelegt wurden. Ein Höhepunkt darin stellt das 1569 erbaute Ballhaus mit seiner in Prag weitverbreiteten Sgraffiti-Kunst und das Belvedere dar.

Im Nordflügel befindet sich zudem die Burggalerie. Die umfangreichen Sammlungen Rudolfs II. wurden nach seinem Tod von Prag nach Wien und Madrid abtransportiert, verkauft oder im Dreißigjährigen Krieg durch Schweden geplündert. Dennoch befinden sich in den Ausstellungsräumen noch viele Werke alter Meister wie Tizian, Cranach oder Rubens.

Dritter Burghof

Durchquert man den Durchgang des zweiten Burghofs, steht der Besucher etwas unvermittelt vor dem Westportal des mächtigen Veitsdoms, dem alles dominierenden Blickfang hier. Dieses Areal stellt das Zentrum der alten wie neuen Burganlage dar, dessen Anfänge bis ins 9. Jahrhundert zurückreichen. Seine letzte große Renovierung erfuhr der dritte Burghof in den Jahren 1924 - 1928 durch den Slowenen Jože Plečnik, der von Staatspräsidenten Masaryk zum Architekten der Prager Burg ernannt wurde. Ihm sind die charakteristische Pflasterung des Hofes sowie die Aufstellung des Brunnens und des Monoliths zu verdanken. Der Monolith aus Granit war hierbei ein Neuentwurf von Plečnik und erinnert an die Opfer des Ersten Weltkriegs. Der Brunnen dagegen zeigt als Statue das Reiterstandbild des hl. Georg. Die Figur ist eine Kopie aus dem Jahre 1541, dessen gotisches Original von 1373 in der Dauerausstellung zur Geschichte der Prager Burg gezeigt wird. Der Sockel wiederum wurde von Jože Plečnik im Jahre 1928 entworfen. Die Vereinheitlichung der Schlossbauten besorgte, wie schon im ersten und zweiten Burghof, Nikolaus Pacassi Mitte des 18. Jahrhunderts.

Rechts neben dem Durchgang zum dritten Burghof befinden sich die Ticketbüros für die Eintrittskarten und Audio-Guides der Burg.

Als Hintergrund-Silhouette tauchen die beiden mächtigen Türme des Veitsdoms nahezu auf jedem zweiten Postkartenmotiv auf. Die Kathedrale ist der bau- und kunstgeschichtliche Mittelpunkt auf dem Burggelände und wird auf der folgenden Seite ausführlich gewürdigt.

Nähere Infos unter "Der Veitsdom" »

Die Besichtigung des Königspalasts sollte bei keinem Besuch der Burg fehlen. In seinen Gemäuern residierten die Herrscher und die Statthalter der Macht in Böhmen. Aber auch architektonisch haben die Räumlichkeiten einiges zu bieten. Zudem kann man mit der Böhmischen Kanzlei den Ort des geschichtsmächtigen Zweiten Prager Fenstersturzes besichtigen.

Nähere Infos unter "Der alte Königspalast" »

Die St-Georgs-Basilika gegenüber dem Chor des Veitsdoms ist der älteste Kirchenbau auf dem Hradschin. Hinter der rot-gelben Barock-Fassade verbirgt sich ein im romanischen Baustil gehaltener, beeindruckender Innenraum, den man unbedingt besichtigen sollte.

Nähere Infos unter "Die St-Georgs-Basilika" »

Entlang der nördlichen Burgmauer führt ein Gässchen mit kleinen Behausungen, die heute wirken, als hätten Zwerge in ihnen gehaust. Es lebten hier zuerst die Burgwachen und in späteren Jahrhunderten quartierten sich ärmere Menschen ein. Aber auch Franz Kafka fand zeitweilig hier einen Rückzugsort zum Schreiben.

Nähere Infos unter "Das Goldene Gässchen" »


Öffnungszeiten:

Anlage der Prager Burg: 6-22 Uhr
Objekte mit Eintritt: 9-17 Uhr (Winter: 9-16 Uhr)
Burggärten: 10-18 Uhr (Winter geschlossen)
St. Veitsdom: Wochentags: 9-17 Uhr (Winter 9-16 Uhr), Sonntag: 12-17 Uhr (Winter: 12-16 Uhr)

Zugang / Eintritt:

Besichtigungsroute A (inkl. Eintritt für Veitsdom, Alter Königspalast, Ausstellung "Geschichte der Prager Burg", St.-Georgs-Basilika, Goldenes Gässchen mit Daliborka-Turm, Rosenberg Palais):  Normalpreis 350 CZK, ermäßigt 175 CZK, Familienticket 700 CZK.

Besichtigungsroute B (inkl. Eintritt für Veitsdom, Alter Königspalast, St.-Georgs-Basilika, Goldenes Gässchen mit Daliborka-Turm):  Normalpreis 250 CZK, ermäßigt 125 CZK, Familienticket 500 CZK.

Besichtigungsroute C (inkl. Eintritt für Ausstellung der St.-Veits-Schatz und Bildergalerie der Prager Burg):  Normalpreis 350 CZK, ermäßigt 175 CZK, Familienticket 700 CZK. 

Besichtigungsroute B ist Bestandteil der Prag-Card »

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CZK = Tschechische Kronen
Ungefährer Wert: 1 € = 25 CZK

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