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Ausstellung „Tropfen auf Stein“: Lebensgeschichten tschechoslowakischer Frauen im Prager Goethe-Institut

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Die Ausstellung „Tropfen auf Stein“ im Prager Goethe-Institut rückt 50 oft übersehene Lebensgeschichten tschechoslowakischer Frauen in den Fokus. Basierend auf dem Buch „Kapky na kameni“ (deutsch: „Tropfen auf Stein“) präsentiert die Schau Porträts und Geschichten von Frauen, die in ihrer Zeit Außergewöhnliches geleistet haben – jede illustriert von einer anderen Künstlerin aus Tschechien und der Slowakei.

Bekannte und unbekannte Heldinnen

Zu den vorgestellten Persönlichkeiten zählen unter anderem die Bürgerrechtlerin Anna Šabatová, die Kunstturnerin Věra Čáslavská – bekannt für ihren stillen Protest gegen die sowjetische Besatzung 1968 – und die Cembalistin Zuzana Růžičková, die als Überlebende mehrerer Konzentrationslager später die erste Gesamtaufnahme von Bachs Werken für Tasteninstrumente einspielte. Auch Gizela Fleischmannová, die während des Zweiten Weltkriegs Juden aus Bratislava rettete, und die gehörlose Tänzerin Moby Urbanová, Gründerin einer Ballettschule für gehörlose Kinder, sind Teil der Ausstellung.

Kunst und Vermittlung

26 Illustratorinnen gestalteten die Porträts in unterschiedlichen Stilen. Ergänzt wird die Ausstellung durch ein Rahmenprogramm mit Workshops für Schulen und Erwachsene, darunter Animationsprojekte und eine Lesung zum Comic „Sophie Scholl“. Besonders berührend: Die Schauspielerin Johanna Krumstroh und die Cembalistin Monika Knoblochová, selbst Schülerin von Zuzana Růžičková, vertonten deren Schicksal für die Ausstellung.

Ein Appell für Anerkennung

Klára Arpa, Programmleiterin des Goethe-Instituts, betont die Bedeutung der Schau: „Diese Frauen haben Mut bewiesen und Großes erreicht – ihre Geschichten verdienen es, erzählt und gewürdigt zu werden.“ Anaïs Boelicke, Leiterin des Goethe-Instituts, hofft, dass die Ausstellung Besucher:innen inspiriert: „Es sind Geschichten, die Mut machen und zeigen, was mit Willensstärke möglich ist.“

Besuchsinformationen

Die Ausstellung ist noch bis 31. Dezember 2025 im Goethe-Institut Prag zu sehen. Der Eintritt ist kostenlos.

Mehr Informationen

 

Bild vom Eingang des Goethe-Instuts in Prag