Karel Gott in Prag: Die wichtigsten Wohn- und Erinnerungsorte
Karel Gotts Biografie
Frühe Jahre und Ausbildung
Karel Gott wurde am 14. Juli 1939 im westböhmischen Plzeň geboren. Nach dem Zweiten Weltkrieg zog die Familie nach Prag, wo er zunächst eine Ausbildung zum Elektrotechniker absolvierte. Ursprünglich strebte er ein Kunststudium an, entschied sich jedoch nach einem Gesangswettbewerb 1958 für die Musik. 1960 wurde er am Prager Konservatorium aufgenommen, wo er klassischen Gesang bei Konstantin Karenin studierte.

Karrierebeginn und musikalischer Durchbruch
1963 gelang ihm mit dem Lied Oči sněhem zaváté der landesweite Durchbruch. In den folgenden Jahrzehnten wurde Karel Gott zur prägenden Figur der tschechoslowakischen Unterhaltungsmusik. Er veröffentlichte über 100 Studioalben, gab unzählige Konzerte und erhielt 42-mal den Publikumspreis Zlatý/Český slavík.
Die Biene Maja und internationale Bekanntheit
1975 sang Karel Gott das Titellied zur Zeichentrickserie Die Biene Maja. Die Musik stammt von Karel Svoboda, der Text von Florian Cusano. Das Lied wurde ein generationsübergreifender Erfolg und prägte sein Image im deutschsprachigen Raum nachhaltig. Auch Titel wie Fang das Licht oder Einmal um die ganze Welt machten ihn in Westeuropa bekannt.
Anticharta und politische Kontroverse
1977 unterschrieb Karel Gott die sogenannte Anticharta – eine regimefreundliche Erklärung, die öffentlich gegen die Charta 77 Stellung bezog. Die Charta 77 war eine Bürgerrechtsinitiative, die sich kritisch mit Menschenrechtsverletzungen in der ČSSR auseinandersetzte und von Persönlichkeiten wie Václav Havel, Pavel Kohout und Jan Patočka initiiert wurde. Die Anticharta war eine staatlich gesteuerte Gegenreaktion. Karel Gott unterschrieb sie bei einer Versammlung im Nationaltheater – wie viele Künstler unter starkem öffentlichen Druck. Später erklärte er, die Tragweite nicht erkannt zu haben. Der Vorfall gilt heute als kritisches, aber kontextgebundenes Kapitel seiner Biografie.
Malerei, Privatleben und Tod
Neben seiner Musikkarriere widmete sich Gott auch der Malerei. Seine Werke wurden u. a. in Prag, Berlin und Moskau ausgestellt. Seit den 1970er-Jahren lebte er mit seiner Familie in einer Villa in Prag-Smíchov. Er galt als öffentliche, aber zurückhaltende Persönlichkeit. Am 1. Oktober 2019 starb er im Alter von 80 Jahren an Leukämie. Seine letzte Ruhestätte befindet sich auf dem Friedhof Malvazinky.
Wichtige Orte in Prag

Bungalow in Spořilov
Slunečná 2267/21, 100 00 Prag 10 - Strašnice
Ende der 1960er-Jahre ließ sich Karel Gott in Spořilov von dem bekannten Architekten Jiří Siegel einen modernen Bungalow errichten – eine für die damalige Zeit außergewöhnliche Wohnform mit Flachdach, großen Schiebefenstern und Außenpool. Das eingeschossige Haus galt als architektonisch spektakulär.
Doch bereits drei Jahre nach dem Einzug im Jahre 1971 musste er das Haus wieder verlassen: Es bildete sich eine für seine Stimmbänder gefährliche Bodenfeuchtigkeit.

Wohnhaus in Smíchov
Nad Bertramkou 22, 150 00 Praha 5 – Smíchov
Seit den 1970er-Jahren war diese Villa oberhalb der Kinský-Gärten Gotts Hauptwohnsitz. Sie diente ihm über Jahrzehnte als privater Rückzugsort. Nach seinem Tod wurde das Haus von vielen Fans besucht, die Blumen und Kerzen niederlegten. Das Gebäude ist nicht öffentlich zugänglich.

Grabstätte auf dem Friedhof Malvazinky
U Smíchovského hřbitova, 150 00 Praha 5 – Smíchov
Karel Gott wurde auf dem Friedhof Malvazinky beigesetzt. Sein Grab ist mit seiner goldenen Signatur versehen und wird regelmäßig von Besucherinnen und Besuchern aufgesucht. Es gilt heute als zentrale Erinnerungsstätte.

Prager Konservatorium
Na Rejdišti 1, 110 00 Praha 1 – Staré Město
1960 begann Karel Gott seine Ausbildung am Prager Konservatorium, wo er klassischen Gesang bei Konstantin Karenin studierte. Diese Ausbildung bildete das Fundament für seine Gesangs- und Bühnenkarriere. Bereits während des Studiums sammelte er erste Auftrittserfahrung.

Lucerna – Großer Konzertsaal
Štěpánská 61, 116 02 Praha 1 – Nové Město
Das Lucerna war über Jahrzehnte eine der zentralen Konzertbühnen Karel Gotts. Ab den 1960er-Jahren trat er hier regelmäßig auf – bei Solokonzerten ebenso wie bei TV-Aufzeichnungen. Auch seine Abschiedstournee 2018 führte ihn noch einmal auf diese Bühne.

Divadlo Semafor
Vodičkova 699/30, 110 00 Praha 1 – Nové Město
Anfang der 1960er-Jahre war Karel Gott mit dem Theater Semafor verbunden, das unter der Leitung von Jiří Suchý und Jiří Šlitr stand. Die Bühne befand sich damals in der Passage Alfa am unteren Ende des Wenzelsplatzes (heute: Stýblova pasáž). Das Theater galt als kreative Brutstätte für Musik, Kabarett und Jazz – für Gott ein entscheidender Startpunkt seiner Karriere.

Studio Kavčí hory (Česká televize)
Na Hřebenech II 1132/4, 140 00 Praha 4 – Nusle
Viele seiner Fernsehauftritte, Neujahrskonzerte und Galaformate wurden in den Studios von Česká televize produziert. Über Jahrzehnte hinweg war Gott eine feste Größe im tschechoslowakischen und später tschechischen Fernsehen.
Café Karel
Dlouhá 39, 110 00 Praha 1 – Staré Město
Das 2023 eröffnete Café ist dem Andenken an Karel Gott gewidmet. Es zeigt Fotos, Plattencover und Erinnerungsstücke und bietet Speisen und Getränke an, die er geschätzt haben soll – darunter Větrník-Gebäck, deutsches Bier und Kaffee. Das Café ist öffentlich zugänglich und bei Fans sehr beliebt.



