Die Petřín-Seilbahn ist zurück: Mit neuen Wagen auf den Laurenziberg
Nach fast zwei Jahren Pause fährt die legendäre Petřín-Seilbahn ab Dienstag wieder. Die neuen Wagen sind moderner, gläserner und ein kleines bisschen verspielt.
Wer in Prag auf den Petřín möchte, kann ab Dienstag, dem 22. September, wieder den wohl gemütlichsten Weg nach oben nehmen: Die Petřín-Seilbahn fährt wieder. Fast genau zwei Jahre nachdem die alte Generation am 13. September 2024 zum letzten Mal unterwegs war, kehrt die Bahn nun nach einer kompletten Erneuerung zurück.
Zwei neue Wagen, deutlich mehr Aussicht
Auf den ersten Blick ist die Veränderung unübersehbar: Die beiden neuen Wagen sind wesentlich stärker verglast und eröffnen während der Fahrt einen besseren Blick auf Prag. Entworfen wurden sie vom Prager Designstudio Anna Marešová designers, gebaut wurden sie vom Schweizer Seilbahnspezialisten Doppelmayr/Garaventa.
Dabei haben die Designer den Wagen sogar eine kleine Persönlichkeit gegeben: Wenn sie sich auf der Strecke begegnen, „blinzelt“ einer der beiden Wagen – während sich beim anderen die Farbe der Innenbeleuchtung verändert. Ein augenzwinkerndes Detail für eine Bahn, die seit mehr als 130 Jahren zum romantischen Prag gehört.
Auch technisch wurde die Bahn umfassend erneuert. Die 509 Meter lange Strecke wurde vollständig saniert, ebenso Gleise, Seiltechnik und weitere sicherheitsrelevante Anlagen. Die beiden Wagen können jeweils bis zu 100 Personen aufnehmen.
Ab Dienstag wieder hinauf
Der reguläre Probebetrieb mit Fahrgästen beginnt am Dienstag, 22. September 2026, um 7 Uhr. Die Bahn fährt täglich bis 22:15 Uhr, tagsüber im Zehn-Minuten-Takt. Die Strecke führt weiterhin von Újezd über Nebozízek nach Petřín. Damit wird auch ein beliebtes Ausflugsziel für Besucher wieder wesentlich leichter erreichbar. Von der Station Nebozízek eröffnet sich unterwegs bereits der Blick auf die Prager Burg; oben auf dem Petřín warten unter anderem Aussichtsturm, Spiegelkabinett und die weitläufigen Parkanlagen.
Eine Bahn mit bewegter Geschichte
Neu ist die Petřín-Seilbahn nun in ihrer bereits vierten Generation. Ihre Geschichte reicht bis ins Jahr 1891 zurück, als sie anlässlich der Jubiläumsausstellung erstmals in Betrieb ging. Zunächst wurde sie mit einem ungewöhnlichen Wasserballastsystem betrieben. 1932 folgte die Umstellung auf elektrischen Betrieb. Nach schweren Hangrutschungen 1965 stand die Bahn sogar zwei Jahrzehnte still, bevor sie 1985 wiedereröffnet und in das Prager Nahverkehrssystem integriert wurde. Nun beginnt also das nächste Kapitel. Für Besucher bedeutet das vor allem eines: Der Petřín ist wieder auf seiner klassischen Route erreichbar und die Fahrt nach oben bietet dabei mehr Aussicht als zuvor.
Quellen: Dopravní podnik hl. m. Prahy (DPP); Pražská integrovaná doprava (PID).
Quelle Foto: A.Savin / Wikimedia Commons – Free Art License (FAL)

