Kaiserliche Schätze aus Taiwan erstmals in Prag zu sehen
Eine der bedeutendsten Ausstellungen chinesischer Kunst in Europa hat am Freitag im Prager Nationalmuseum ihre Tore geöffnet. Unter dem Titel „100 Schätze, 100 Geschichten“ werden bis Ende des Jahres unschätzbar wertvolle Artefakte aus dem Nationalen Palastmuseum in Taipeh gezeigt, die einen tiefen Einblick in die chinesische Kaiserzeit gewähren.
In einer noch nie dagewesenen Kooperation zwischen dem tschechischen Nationalmuseum und dem Nationalen Palastmuseum in Taipeh sind insgesamt 131 Exponate von Weltrang nach Prag gereist. Viele dieser Stücke, die einst die kaiserlichen Sammlungen in der Verbotenen Stadt in Peking schmückten, haben den asiatischen Kontinent zum ersten Mal verlassen. Die Ausstellung gilt schon jetzt als kulturelles Großereignis und unterstreicht die wachsenden kulturellen Beziehungen zwischen Tschechien und Taiwan.
Das unbestrittene Highlight der Schau ist der berühmte „Jadekohl mit Insekten“, ein Meisterwerk der Handwerkskunst aus der Zeit der Qing-Dynastie (1644–1911). Die Skulptur, gefertigt aus einem einzigen Stück Jadeit, imitiert mit ihren natürlich verlaufenden Farben perfekt die Form eines Chinakohls, auf dem sich eine Heuschrecke und ein Grashüpfer niedergelassen haben. Dieses Symbol für Reinheit und Fruchtbarkeit ist einer der größten Publikumsmagneten des Museums in Taipeh und wird nun erstmals in Europa präsentiert.
Neben dem Jadekohl können Besucher weitere exquisite Objekte bewundern, darunter filigran gearbeitete Lackarbeiten, kostbare Porzellane, eine meterlange, bemalte Schriftrolle, die eine Reise entlang eines Flusses darstellt, sowie ein kunstvolles Schränkchen aus Sandelholz. Jedes der 100 ausgewählten Stücke erzählt seine eigene Geschichte und repräsentiert die hohe Kunstfertigkeit und Ästhetik verschiedener Epochen der chinesischen Geschichte.
Michal Lukeš, der Generaldirektor des Nationalmuseums, bezeichnete die Ausstellung bei der Eröffnung als „einen historischen Moment für die tschechische Kulturlandschaft“. Sie biete die einzigartige Gelegenheit, Kunstwerke von unschätzbarem Wert zu erleben, ohne dafür um die halbe Welt reisen zu müssen. Die Leihgabe sei das Ergebnis jahrelanger diplomatischer und kuratorischer Bemühungen.
Die Ausstellung „100 Schätze, 100 Geschichten“ ist noch bis zum 31. Dezember 2025 im historischen Gebäude des Nationalmuseums am Wenzelsplatz zu sehen.

