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Die Altneu-Synagoge in Prag

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Kurzinfos vom Prag-Guide

  • Errichtet wurde die Altneu-Synagoge um 1270 und ist damit die älteste erhaltene Synagoge in Europa
  • Sie stellt auch einer der frühesten gotischen Bauten von Prag dar. Auffällig ist der Bau durch das steil aufragende Satteldach mit den gotischen Giebeln.
  • Bis heute finden in ihr Gottesdienste statt.
  • Kurios: Der Legende nach sollen hier im Dachgestühl die Überreste des Golems liegen. Der bekannte Prager Journalist und Schriftsteller Egon Erwin Kisch kletterte über die Außenfassade nach oben, musste aber im Inneren angelangt aufgrund der Einstutzgefahr seine Expedition bald wieder abbrechen.

Adresse und Route per Google-Maps:

Maiselova 18, 110 01 Staré Město, Prag

Wegbeschreibung:
Man geht vom Altstädter Ring in die Pařížská und geht diese immer gerade aus. Linker Hand kommt dann die Altneu-Synagoge.

Route zur Altneusynagoge per Google-Maps »

Die Prag-Card

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Zur Geschichte der Altneu-Synagoge

Woher kommt dieser ungewöhnliche Name, fragen sich viele, wenn sie das erste Mal von der Altneu-Synagoge hören oder lesen? Alt und neu in einem Wort? Was hat es damit auf sich?

Es gibt verschiedene Mythen und Erklärungen dazu. In einem Fall reicht sein Ursprung bis in das Jerusalem des Altertums zurück. Im Prager Boden vermutet man nämlich den Grundstein des dortigen heiligen Tempels, der von Engeln unter der Bedingung überreicht wurde, dass er am Jüngsten Tag wieder zurückgebracht werde. Etwas prosaischer, aber wirklichkeitsnäher klingt die Vermutung, dass die jetzige „Altneusynagoge“ zu Anfang einfach nur „Neue Synagoge“ hieß und umbenannt wurde als eine weitere, inzwischen wieder abgerissene Synagoge in der Nähe erbaut wurde.

Errichtet wurde das jüdische Gotteshaus um 1270 und ist damit die älteste erhaltene Synagoge in Europa und stellt auch einer der frühesten gotischen Bauten von Prag dar. Auffällig ist der Bau durch das steil aufragende Satteldach mit den gotischen Giebeln.

Der Innenbereich der Synagoge

Das Portal bzw. das Tympanon am Eingang zum Hauptraum ziert ein Weinstock-Relief als Zeichen ewigen Lebens. Im rechten Bereich des Vorraums erkennt man zwei frühbarocke Geldschränke. Hier wurden früher angeblich alle Gelder aufbewahrt, die als Judensteuer an den jeweiligen Herrscher abgeführt werden mussten. Im Inneren der Synagoge nehmen die männlichen Gläubigen auf den Sitzplätzen entlang der Wände Platz. Diese Sitze wurden von den Gemeindemitgliedern bezahlt und an deren Nachkommen weiter gegeben. In der Mitte des Raumes befindet sich die sog. Bima (oder auch Almemor), die Rednertribüne mit dem Pult zum Vorlesen der Thora. Umfasst wird dieser Bereich durch ein Gitter. Darüber ist die Fahne mit dem Wappen der Prager Juden angebracht: ein sechszackiger Davidstern mit dem Judenhut. Sie war ein Geschenk Karl IV. und symbolisiert die vom König verliehenen Privilegien. An der Ostmauer befindet sich noch der Schrein, in dem die Thora-Rollen aufbewahrt werden. Der Standort des Thoraschreins muss nach jüdischem Glauben immer gen Jerusalem gerichtet sein.

Es werden auch heute noch in der Altneu-Synagoge Gottesdienste abgehalten und männliche Besucher sind generell angehalten, die Synagoge mit Kopfbedeckung zu betreten. Während des Gottesdienstes dürfen nur Männer in den Hauptraum, Frauen nehmen in einem Nebenschiff Platz und verfolgen das Geschehen durch schmale Öffnungen.

Der Golem im Dachgestühl der Altneusynagoge?

Einer Legende nach, die der sog. „rasende Reporter“ Egon Erwin Kisch während des Ersten Weltkriegs zu lesen bekam, wurde der Lehmkoloss des Golems nach seinem Ableben (Details siehe: „Die Golem-Sage“) auf den Dachstuhl der Altneusynagoge gebracht. In zwei Gebetsmäntel verpackt wurde er unter einem Stapel alter Bücher und Papiere gebettet und fortan war es jedem untersagt, den Ort zu betreten.

Natürlich war das für einen investigativen Journalisten der ersten Stunde ein Muss der Sache nachzugehen. Nach einigen vergeblichen Anläufen erhielt er vom Tempelvorstand die Erlaubnis, auf das Dach zu klettern. Dazu benutzte er die auf Anordnung der Feuerpolizei im Jahre 1880 angebrachten Eisenklammern (die man auch heute noch an Westfront der Altneusynagoge sehen kann), stieg die 18 Sprossen hoch, sperrte die dort oben befindliche Eisentür auf und kletterte hinein. Neben Geröll, einem toten Vogel und einer Fledermaus entdeckte er auch noch Folgendes: 

"In den Senkungen der aneinanderstoßenden Wölbungen oberhalb der Widerlager ist der Schotter durch Kalkstaub und Feuchtigkeit zu einem Konglomerat geworden. Wenn darunter der Lehmskulptur des Rabbi Löw das Grab bereitet ist, niemals wird sie gefunden werden. Wollte man sie exhumieren, so stürzte der Tempel ein."

Das Ambiente, die Stimmung, alles würde passen, nur die fehlende Statik machte der Entdeckerfreude des Autors einen Strich durch die Rechnung und so musste er die kleine Expedition abbrechen. Damit wissen wir auch heute nicht, was genau da oben lagert. Und das ist auch gut so.

Mit Sicherheit aber lässt sich sagen, dass die Texte Egon Erwin Kischs auch heute noch absolut lesenswert sind. Eine schöne Sammlung von Reportagen hat der Wagenbach Verlag herausgebracht, die unter folgendem Titel erschienen sind:

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Öffnungszeiten:

November - März: Mo, Di, Mi, Do, Fr, So, 9.00 - 17.00 Uhr
April - Oktober: Mo, Di, Mi, Do, Fr, So, 9.00 - 18.00 Uhr
Samstags und an jüdischen Feiertagen geschlossen, Freitags wird die Synagoge eine Stunde vor Sabbat-Beginn (also eine Stunde vor Sonnenuntergang) geschlossen.

 

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