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Der kubistische Kiosk

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Kurzinfos vom Prag-Guide

  • Der Kiosk, der in der Nähe des Hauptbahnhofes steht, wurde in 20er-Jahren des letzten Jahrhunderts wohl von dem bekannten Architekten Pavel Janák konzipiert.
  • Das Häuschen wurde im Stil des Rondokubismus erbaut, einer Stilrichtung, die nach dem Ersten Weltkrieg populär wurde und für kurze Zeit zum Nationalstil erhoben wurde.
  • In den 80er-Jahren wurde der baufällige Kiosk grundlegend renoviert.
  • Jahrzehntelang war hier eine klassische Tabaktrafik hier untergebracht, heute befindet sich allerdings eine Wechselstube darin.

Adresse und Route per Google-Maps:

Bolzanova 1615/1, 110 00 Nové Město

Wegbeschreibung:
Sie können mit unzähligen Straßenbahnen zur Station Hlavní nádraží (Hauptbahnhof) fahren, bitte aber dann in der Straße Bolzanova aussteigen, da es mehrere gleichlautende Stationen rund um den Hauptbahnhof gibt.

Route zum kubistischen Kiosk per Google-Maps »

Zur Baugeschichte

Viele gehen achtlos an dem kleinen hölzernen Häuschen vorbei in Richtung Hauptbahnhof, ohne um die Besonderheit des Kiosks zu wissen. Dieser kleine Kiosk, der sogar seit 1981 unter Denkmalschutz steht, beweist, dass sich der kubistische Stil in Prag nicht immer in gewaltigen Gebäuden oder prächtigen Villen ausdrückt. Ein Beispiel dafür ist dieser kubistische Kiosk im Vrchlický-Park in der Nähe des Hauptbahnhofs, an der Kreuzung der Straßen Bolzanova und Opletalova. Das Ganze war wohl früher eine klassische Tabaktrafik (trafika), heute befindet sich allerdings eine Wechselstube darin. 

In den Abrundungen und der Ornamentik im unteren Bereich des Kiosks, aber auch in Form des Dachgiebels und den Halbbögen erkennt man die Umsetzung in Richtung des Rondokubismus, der eine nach dem Ersten Weltkrieg entwickelte Sonderform des bisherigen Kubismus darstellte. Er stellte den Versuch dar, die kantigen Formen des klassischen Kubismus mit der slawisch verstandenen Bautradition zu verbinden. Der Rondokubismus entstand nach der Entstehung der ersten Republik 1918 und entwickelte sich  für kurze Zeit zum Nationalstil, bevor der Funktionalismus immer mehr an Einfluss gewann. 

Das genaue Baudatum der trafika ist unbekannt, genauso wie man nicht weiß, ob dieser Kiosk ein Unikat war oder ob er baugleich an verschiedenen Stellen der Stadt auftauchte. Den Bauplan erstellte wohl der bekannte Architekt Pavel Janák, doch einen genaueren Nachweis dafür gibt es nicht. In den 80er-Jahren wurde der damals heruntergekommene Kiosk auf Initiative staatlicher Denkmalschützer grundlegend renoviert.


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