Denkmäler und Statuen auf dem Hradčany (Prager Burg & Umgebung)

Hoch über den Dächern Prags thront der Hradschin – seit über tausend Jahren das unbestrittene Machtzentrum der böhmischen Könige, Kaiser und tschechischen Präsidenten. Die Kunst an diesem Ort ist kein beiläufiger Schmuck, sondern ein gezielter Ausdruck von Geschichte, Macht und nationaler Identität. Hier finden sich keine subversiven Experimente, sondern die offiziellen Symbole der Staatlichkeit, in Stein und Bronze gegossen.

Vom ältesten gotischen Reiterstandbild Böhmens im Herzen der Burg über die dramatischen Barockgiganten, die die Tore bewachen, bis zu den Denkmälern für die Gründerväter der modernen Republik – jede Skulptur auf dem Hradschin ist ein Kapitel der tschechischen Geschichte. Ein Spaziergang durch das Burgviertel ist eine Reise durch die Kunst, die geschaffen wurde, um zu repräsentieren, zu beeindrucken und das Vermächtnis einer Nation zu repräsentieren.

Historische Denkmäler

St.-Georgs-Statue Prager Burg

Reiterstandbild des Heiligen Georg von Georg und Martin von Klausenburg (1373)

Prager Burg, Dritter Burghof, 119 08 Praha 1

Dieses Bronzestandbild ist ein herausragendes Meisterwerk der gotischen Kunst und stellt den Heiligen Georg im Kampf mit dem Drachen dar. Es war seinerzeit eine der technisch anspruchsvollsten Gussarbeiten nördlich der Alpen. Die dynamische Komposition und die feine Detailarbeit zeugen von außergewöhnlichem Können. Die heute im Burghof stehende Statue ist eine exakte Kopie von 1967; das wertvolle Original wird in der Nationalgalerie aufbewahrt.

Kämpfende Giganten Prager Burg

Die kämpfenden Giganten von Ignaz Franz Platzer (1768-1770)

Prager Burg, Eingangstor am Hradschiner Platz, 119 08 Praha 1

Die dramatischen Sandsteinskulpturen, die das Haupttor zur Prager Burg flankieren, sind Ikonen des Spätbarock. Sie stellen Giganten im Kampf dar und symbolisieren den Kampf zwischen verschiedenen Mächten oder Staaten. Die überlebensgroßen, muskulösen Körper und die theatralische Gestik schaffen einen monumentalen und Ehrfurcht einflößenden Empfang. Die heutigen Statuen sind Kopien aus dem frühen 20. Jahrhundert, die Originale befinden sich im Lapidarium.

Der Sieg (Vítězství) von Jan Štursa (1921)

Park am Königlichen Sommerpalast (Belvedere), Mariánské hradby 52/1, 118 00 Praha 1

Diese allegorische Bronzestatue einer nackten, athletischen Frau mit einem Lorbeerkranz ist ein Hauptwerk des tschechischen Bildhauers Jan Štursa. Die Figur symbolisiert die neu gegründete Tschechoslowakische Republik und ihren Sieg im Ersten Weltkrieg. Die klassische Formensprache verbindet sich hier mit einer modernen, dynamischen Ausstrahlung und verkörpert den Optimismus und das nationale Selbstbewusstsein der jungen Nation. Sie steht im Giardino Segreto, dem "geheimen Garten" neben dem Lustschloss Belvedere.

Masaryk-Statue auf dem Hradschin

Tomáš G. Masaryk-Denkmal von Otakar Španiel & Josef Fanta (Original), Jan Bartoš & Stanislav Hanzík (Kopie 2000)

Hradčanské náměstí, 118 00 Praha 1

Diese Statue ehrt den ersten Präsidenten und Gründervater der Tschechoslowakei, Tomáš Garrigue Masaryk. Das ursprüngliche Denkmal wurde von den Nationalsozialisten entfernt, eine Nachbildung später von den Kommunisten. Die heutige, überlebensgroße Bronzestatue wurde im Jahr 2000 feierlich wieder an ihrem ursprünglichen Platz aufgestellt und ist ein starkes Symbol für die tschechische Demokratie. Sie zeigt Masaryk als würdevollen Staatsmann mit entschlossenem Blick auf die Prager Burg.