Die Jerusalemsynagoge
Kurzinfos vom Prag-Guide:
- Zum 50. Thronjubiläum Kaiser Franz Joseph I. fasste man 1898 den Plan eine neue Synagoge zu bauen. Sie sollte, gemäß dem Anlass, Jubiläumssynagoge heißen.
- Später benannte man sie aber Jerusalemsynagoge und damit nach der Straße, wo sie auch heute noch steht.
- Die Synagoge wurde 1906 fertiggestellt. Die Pläne stammten von dem Wiener Architekten Wilhelm Stiassny, die Umsetzung übernahm Alois Richter.
- Der maurisch-orientalische Baustil, in dem die Synagoge erstellt wurde, geht eine einmalige Symbiose mit dem Jugendstil ein.
- Mit seinen 850 Plätzen ist sie heute die größte Synagoge in Prag.
Adresse und Route per Google-Maps:
Jeruzalémská 1310/7, 110 00 Prag 1
Wegbeschreibung:
Die Jeruzalémská geht direkt vom parallel zum Hauptbahnhof verlaufenden Opletalova ab. Nach dem Abbiegen sind es noch ca. 100 Meter bis zur Synagoge.

Die Anfänge
Kaiser Franz Joseph I. feierte 1898 sein 50. Thronjubiläum. In diesem Jahr fasste man den Plan, ein neues jüdisches Gotteshaus zu errichten, das drei alte Synagogen ersetzen sollte, die während der großen Sanierung des Judenviertels abgerissen wurden. Ein neu gegründeter Verein erwarb ein Grundstück in der Jerusalemer Straße, auf dem ein Haus stand, das abgerissen werden sollte. Dem großen Anlass gemäß sollte sie zuerst Jubiläumssynagoge genannt werden, wurde dann aber doch nach der Straße benannt, in der sie steht und heißt so heute Jerusalemsynagoge. Der Bau erfolgte 1906 durch Alois Richter, der die Pläne des Wiener Architekten Wilhelm Stiassny umsetzte.
Der ungewöhnliche Baustil
Die Synagoge selber wurde im maurisch-orientalischen Baustil erschaffen, der eine einmalige Symbiose mit dem Jugendstil einging, die man in dieser Kombination nur in dieser Prager Synagoge antrifft. Vor allem das Interieur der dreischiffigen Basilika ist ausgeschmückt nach Art des Wiener Jugendstils und ist in jedem Fall einen Besuch wert. Die Synagoge bietet 850 Sitzplätze, die seitlichen Galerien sind, wie üblich bei Synagogen, den Frauen vorbehalten. Sie ist heute die größte Synagoge von Prag. Eine noch größere, die im Stadtteil Vinohrady stand und 2000 Menschen Platz bot, wurde 1945 bei einem irrtümlichen Fliegerangriff der Amerikaner zerstört.
Die Entwicklung bis heute
Während der deutschen Besetzung im Zweiten Weltkriegs wurde die Synagoge beschlagnahmt und als Lagerplatz missbraucht. Nach der Samtenen Revolution wurde das Gotteshaus grundlegend renoviert.
Auch heute werden hier noch Gottesdienste abgehalten, die aber in einem Nebenraum abgehalten werden. Die Synagoge steht für Publikumsverkehr offen. Auf der Empore werden zwei Dauerausstellungen zur jüdischen Geschichte gezeigt.
Öffnungszeiten:
Mo.–Fr. und So.: 10 - 17 Uhr.
Samstag geschlossen.