Das Klementinum
Adresse und Route per Google-Maps:
Mariánské nám. 5, 110 00 Staré Město, Prag
Wegbeschreibung:
Das Klementinum befindet sich unmittelbar vor der Karlsbrücke, Ausgang Altstadt.
Zur Geschichte des Klementinums
Wer am Kreuzherrenplatz vor dem Eingang der St.-Salvator-Kirche steht, ist mit Sicherheit von der eigentlichen Größe des umliegenden Gebäudekomplexes überrascht, das zum Klementinum gehört. Es handelt sich um das zweitgrößte geschlossenen Areal nach der Prager Burg. Zwei Kirchen, fünf Innenhöfe und diverse Kapellen gehören ebenso dazu, wie ein Observatorium, wo seit Mitte des 18. Jahrhunderts das Wetter kontinuierlich und bis in die heutigen Tage hinein aufgezeichnet wird.
Das Klementinum war von Mitte des 16. Jahrhunderts an Sitz der Prager Jesuiten, die auf Wunsch von Kaiser Ferdinand im Jahre 1556 nach Böhmen kamen. Vor allem mit dem Sieg der Katholiken über die protestantischen Stände Böhmens wurde seit 1620 die Rekatholisierung forciert. Das war nicht nur eine Glaubensfrage, sondern auch eine politische, da der Protestantismus auch nach Niederwerfung der Stände tief im Bewusstsein der Menschen verankert blieb und einen stetigen Unruheherd aus Sicht der Herrschenden darstellte. Da bot es sich an, verstärkt auf dem Jesuitenorden zu setzen, dem „Stoßtrupp des Papstes“, und damit auf eine Ordensgemeinschaft, die eine strikte Befehlshierarchie besaß (Ordensgründer Ignatius von Loyola war Soldat) und die Missionierung zum katholischen Glauben als oberstes Ordensprinzip durchzusetzen versuchte.
Zu Anfang fristete der Orden ein kärgliches Dasein in Prag. Der Alltag war von Finanznöten geprägt und von den Schwierigkeiten, ein baufälliges Dominikanerkloster zu erhalten. Doch mit der Rekatholisierung nach 1620 wuchs der Einfluss der Jesuiten immens. Jetzt war auch das Geld da, um das vormals bescheidene Anwesen umzubauen und zu erweitern. So wurden im 17. Jahrhundert mindestens 30 umliegende Gebäude abgerissen und die frei gewordene Fläche dem bisherigen Kloster zugeschlagen. Von 1653 an bis 1726 entstand so der barocke Gebäudekomplex des heutigen Klementinums. Nachdem der Jesuitenorden 1773 durch Papst Klement XIV. aufgelöst wurde, ging der Besitz wieder in die Hände der Krone über. Königin Maria Theresia veranlasste 1781 dort den Bau der Nationalbibliothek, die bis in die Gegenwart hinein mehr als 6 Millionen Bände zählt. Die ehemalige Jesuiten-Hochschule, die ihren Sitz in dem Gebäude hatte, wurde schon 1654 mit der Karlsuniversität vereint, deren Studenten die Bibliothek später nutzen durften.
Zur Besichtigung freigegeben sind die St.-Klemens-Kirche, die Salvatorkirche, die Spiegelkapelle, die Kapelle Mariä Himmelfahrt sowie der wunderschöne Bibliothekssaal im Barockstil. In der Spiegelkapelle werden zudem Kammermusikabende abgehalten.

Bildnachweis: BrunoDelzant - Flickr: [1], CC BY 2.0, Link
Öffnungszeiten:
Januar - Juni:
Mo., Di., Mi, Do.: 10.00 – 18.00 Uhr
Fr., Sa., So.: 10 – 17.30 Uhr
Juli - Dezember:
Mo., Di., Mi, Do., So.: 10.00 – 18.00 Uhr
Fr., Sa.: 10 – 18.30 Uhr
Weihnachten / Neujahr:
13.12. - 23.12
So. - Do..: 10.00 – 18.00 Uhr
Fr., Sa.: 10 – 18.30 Uhr
24.12. - 10.01.21
So. - Do..: 9.30– 18.30 Uhr
Fr., Sa.: 9.30 – 19.00 Uhr