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Obecní dům - Das Gemeindehaus

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Kurzinfos vom Prag-Guide

  • Das Gemeindehaus ist mit das schönste Jugendstilgebäude von Prag.
  • Erbaut wurde es zwischen 1905 und 1911.
  • Auffällig an dem Gebäude ist die Achsenkomposition mit seinen beiden, in einem stumpfen Winkel zueinander laufenden Flügeln.
  • Links vom Haupteingang befindet sich das beliebte Cafehaus des Gemeindehauses und rechts ein gehobenes französisches Restaurant. Empfehlenswert ist auch noch das Pilsener-Restaurant im Souterrain.
  • Der Höhepunkt im Inneren stellt der Smetana-Saal dar, der eine sehr gute Akustik für 1259 Zuschauer bietet. Hier wird auch jedes Jahr das über die Landesgrenzen hinaus bekannte Musikfestival "Prager Frühling" eröffnet. 

Adresse und Route per Google-Maps:

Náměst Republiky 5, 111 21 Prag 1

Wegbeschreibung:
Vom Altstädter Ring kommend, laufen Sie einfach die Celetná bis zu ihrem Ende am Pulvertum vor und gehen dann nach rechts. Das prachtvolle Gebäude neben dem Turm ist nicht zu übersehen. Wenn Sie die öffentlichen Verkehrsmittel bevorzugen, nehmen Sie die Metrolinie B bis zur Station Náměstí Republiky.

Route zum Gemeindehaus per Google-Maps »

Die Prag-Card

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Zur Baugeschichte

Das direkt neben dem Pulverturm befindliche Gemeindehaus ist das wohl schönste Jugendstilgebäude von Prag. Es befindet sich an der Stelle des ehemaligen Königshofes von Wenzel IV., das im späten 14. Jahrhundert als Residenz erbaut wurde und für 100 Jahre Sitz der böhmischen Herrscher blieb. Im 15. Jahrhundert wurde aber die Burg auf dem Hradschin wieder zur Heimstätte der böhmischen Herrscher. Damit hatte der Königshof seine eigentliche Funktion verloren, verfiel im Lauf der Jahrhunderte und wurde vor seinem Abriss im Jahre 1904 noch als Kaserne und Kadettenschule genutzt.

An der Entstehung des Gemeindehauses in den Jahren 1905 bis 1911 waren viele bekannte Architekten und Künstler dieser Zeit beteiligt. Nachdem über einen öffentlichen Architekturwettbewerb sich der ausschreibende Bürgerverein auf keinen Sieger einigen konnte, vergab der Stadtrat den Auftrag an Antonín Balšánek, einem Vertreter der seinerzeit in hohem Ansehen stehendem Baustil der Neorenaissance, die dieser in seinen Werken mit Stilelementen der Wiener Sezession vereinte. Er fungierte bei diesem Projekt als Projektleiter. Zum leitenden Architekten ernannte er Oswald Polívka, der bereits viele Bauten in Prag in den modernen Stilarten entworfen hatte. Polívka war vor allem für das Interieur zuständig. Basis für das Projekt war eine Grundrissprojektion von Alois Dryák.

Am 5. Januar 1912 wurde das Gebäude nach knapp 6-jähriger Bauzeit der Öffentlichkeit übergeben. Das Gemeindehaus umfasst eine Fläche von 4.200 qm. Der Bau besitzt eine Achsenkomposition, dessen beide Flügel in einem stumpfen Winkel auf den mittleren Eingangsbereich zulaufen.

Unter der Kuppel befindet sich ein ausladender Rundbogen mit einem Mosaikbild, das von Karel Špillar erschaffen wurde, einem bekannten tschechischen Maler und Grafiker des Jugendstils. Die Inschrift mit dem Titel „Huldigung an Prag“ lautet:

Heil Dir Prag! Trotze der Zeit, der Bosheit. Trotz weiter, wie Du bisher den Stürmen getrotzt hast.

Flankiert wird das Mosaikbild an beiden Seiten von einer Statuengruppe, die von Ladislav Šaloun entworfen wurden. Sie zeigen allegorische Motive der Demütigung und Auferstehung der Nation, wie überhaupt das gesamte Gebäude die tschechische Nation und seine Kultur zum Thema hat. Auch Šaloun war einer der bedeutendsten Künstler der Jugendstilepoche, der im Jahre 1946 sogar in den Rang eines Nationalkünstlers erhoben wurde.

Auffallend ist auch die Markise über dem Haupteingang mit seiner Verbindung von gusseiserner Konstruktion und Glasmalerei. Auch das stellt ein typisches Gestaltungsmerkmal des Jugendstils dar.

Im Inneren des Gemeindehauses

Links vom Haupteingang befindet sich der Eingang zu einem der schönsten Jugendstil-Cafés von Prag, dessen Besuch in jedem Fall lohnt. Im Sommer werden vor dem Caféhaus eine große Anzahl von Tischen aufgestellt, die aber nachmittags und bei gutem Wetter oft vollständig belegt sind. Wartezeiten sollte man da einkalkulieren.

Rechts vom Haupteingang befindet sich ein französisches Restaurant der gehobenen Preisklasse. Wer eine gutbürgerliche Küche bevorzugt, dem sei das Pilsener Restaurant im Souterrain empfohlen, das neben einem Jugendstil-Ambiente böhmische Speisen in der mittleren Preiskategorie bietet.

Einen Höhepunkt stellt der Smetana-Saal dar, der sich im ersten Stock des Gebäudes befindet und den man über die groß angelegte Freitreppe erreicht. Auch hier haben sich die bekanntesten bildenden Künstler der Zeit vereinigt um den größten tschechischen Komponisten, Bedřich Smetana, zu huldigen. Der 1259 Plätze umfassende Konzertsaal besitzt neben der beeindruckenden Optik auch eine sehr gute Akustik. Jedes Jahr erfolgt am 12. Mai, zum Todestag des Komponisten, eine Prozession vom Vyšehrad zum Repräsentationshaus. Danach wird traditionsgemäß das Musikfestival „Prager Frühling“ eröffnet, das immer mit der Aufführung von Smetanas bekanntem Symphoniezyklus „Má vlast“ (Mein Vaterland) startet.

Sehenswert ist auch der Primator-Saal, der zu Ehren der Prager Bürgermeister erbaut wurde. Ausgestaltet haben ihn berühmte Künstler der Epoche wie der Bildhauer Josef Václav Myslbek, der Maler Max Švabinský sowie der heute noch sehr populäre Illustrator Alfons Mucha.

Die Säle kann man übrigens nur im Rahmen eines Besichtigungsrundgangs begehen. Hierzu gibt es im Erdgeschoss links ein Informationsstand, wo sie die Tickets erwerben können.


Öffnungszeiten:

Info-Schalter ist täglich geöffnet von 10 - 19 Uhr
Sie können sich dort über Konzerte und Ausstellungen informieren und Eintrittskarten erwerben. Zudem können kann man dort Tickets zur Besichtigun den Räumlichkeiten des Repräsentationshauses kaufen (mit oder ohne Führung).

Icon Eintritt

Eintritt

Eintrittspreise für die Räumlichkeiten des Gemeindehauses:

Erwachsene: 200 CZK
Reduziert: 170 CZK
(Jugendliche unter 15, Studenten unter 26 und Senioren über 60)
Familientickets: 350 CZK
(1 – 2  Erwachsene mit 1 – 3 Kindern unter 18)

Fotografieren: 55 CZK

Umrechnungshilfe

CZK = Tschechische Kronen
Ungefährer Wert: 1 € = 25 CZK

Kartenansicht: